Die 80/20 Regel und ihre Auswirkungen auf Guerillas

27. Januar 2009

Guerillas wissen, dass 80 Prozent ihrer Erträge von 20 Prozent Ihrer Produkte und Dienstleistungen kommen und dass 20 Prozent ihrer Kunden bei Ihnen 80 Prozent des Profits bringen. Ein Guerilla wird also regelmäßig überprüfen, welche 20 Prozent für 80 Prozent Ertrag verantwortlich sind und gezielt die 20 Prozent ausbauen. Da die Märkte sich in einem beständigen Wandel befinden und etwas, dass heute (noch) nicht viel bringt, morgen wichtiger werden kann, wird ein Guerilla die weniger gewinnversprechenden 80 Prozent der Kunden und Produkte sowie Dienstleistungen nicht vernachlässigen, sondern vielmehr Potenziale zu heben suchen.

Die Gesetzmäßigkeiten hat Richard Koch in seinem Buch The 80/20 Rule: The Secret of Achieving More with Less zusammen gefasst:

  • Es sind nur wenige Dinge, die bedeutende Ergebnisse bringen
  • Die meisten Bemühungen bringen nicht die gewünschten Ergebnisse
  • Was Du siehst, ist nicht das, was Du bekommst. Es gibt immer irgendwelche “unterirdischen Kräfte”, die die Ergebnisse verändern
  • Es ist schwierig, mühselig und unnötig, herauszuarbeiten, was passiert. Alles, was Du wissen musst, ist, ob etwas funktioniert oder nicht. Ändere den Mix Deiner Arbeit so lange, bis es funktioniert und halte dann daran fest, so lange es gut läuft.
  • Die meisten positiven Entwicklungen passieren aufgrund des Engagements einer Minderheit hoch produktiver Kräfte. Die meisten negativen Entwicklungen passieren aufgrund des Engagements einer Minderheit hoch destruktiver Kräfte.
  • Die meisten Aktivitäten, insgesamt und persönlich, sind reine Zeitverschwendung und führen nie zu guten Ergebnissen.

In der PR ist es genauso: Viele Aktivitäten, die Agenturen und PR-Verantwortliche entwickeln, bringen rein garnichts. Viele Pressemitteilungen, die mühsam recherchiert und geschrieben werden, erreichen die Verbraucher nicht. Auch hier wirkt die 80/20 Regel. Für mich als Pressesprecher war es immer wieder die gleiche Erfahrung: Die einfachsten Ratgeberthemen liefen in den Redaktionen am Besten und erzielten die höchsten Auflagen. Themen, die ich schon nicht mehr sehen konnte, waren jedes Jahr in leicht abgewandelter Form wieder aufs Neue erfolgreich. Dennoch sollte man das Entwickeln neuer Inhalte nicht vernachlässigen, denn ganz unverhofft, kann sich ein Thema zu den Dauerbrennern hinzugesellen und ebenfalls sehr erfolgreich werden.

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